
Sycomore und La Piscine in Roubaix: eine einzigartige künstlerische Zusammenarbeit für die Produktion audiovisueller Inhalte
12. November 2024
Das seit 2001 in einem ehemaligen, 1932 eingeweihten städtischen Schwimmbad untergebrachte Kunst- und Industriemuseum André Diligent in Roubaix hat Sycomore mit der Produktion audiovisueller Inhalte in drei Sprachen betraut: ein Dialog zwischen Kunst, Geschichte und Technologie, der das Erlebnis der Besucher bereichert.
Das Schwimmbad von Roubaix: ein Ort im Herzen der Geschichte
Die Geschichte des Schwimmbads beginnt 1912, als Jean Lebas zum Bürgermeister von Roubaix gewählt wird. Als linker Politiker aus einer Arbeiterfamilie will er die Tuberkulose bekämpfen, die nach dem Ersten Weltkrieg in den unhygienischen Wohnverhältnissen wütet, und beschließt den Bau einer Badeanstalt für diese Stadt mit 125 000 Einwohnern. Der nordfranzösische Architekt Albert Baert entwirft ein Gebäude, das sich um einen Innenhof gliedert, nach Art der Zisterzienserklöster.
Die Bauarbeiten erstrecken sich von 1927 bis 1932. Der Erfolg ist unmittelbar: In den 1930er Jahren strömen bis zu 500 000 Menschen pro Jahr dorthin. Als es 1985 aus Sicherheitsgründen schließen muss, wird beschlossen, es in ein Museum umzuwandeln, das mehrere Sammlungen und Schenkungen vereint.
Ein Museum, in dem Kunst auf Industrie trifft
Geprägt vom industriellen Abenteuer von Roubaix, ist das Museum ein Ort der Begegnung zwischen angewandter Kunst und Bildender Kunst. Die Textilsammlungen, die vom koptischen Ägypten bis zu den zeitgenössischsten Kreationen reichen, werden in den ehemaligen Duschkabinen präsentiert. Rund um das Becken stehen die spektakulärsten Skulpturen, mit Werken von Rodin, Claudel, Joffre, Bugatti, Pompon und Mérignargues.
Die dem 19. und 20. Jahrhundert gewidmete Gemäldesammlung zeigt Bilder von Vuillard, Bonnard, Dufy, Van Dongen, Marquet, Foujita und Gromaire. Der Bestand an dekorativer Kunst umfasst zahlreiche Keramiken von Picasso und Dufy, Glasfenster von Grüber, Glasarbeiten von Gallé sowie Möbel und Schmuck.
Ein immersives Klangerlebnis von Sycomore
Sycomore wurde ausgewählt, um die Aufbereitung des Besuchsrundgangs für das gesprochene Wort zu realisieren: 54 Audiokommentare wurden zu den emblematischen Werken und Themen des Museums produziert, verfügbar in drei Sprachen (Französisch, Niederländisch und Englisch).
Sycomore hat die einzigartige Architektur des Ortes zur Geltung gebracht, indem es Geräuschkulissen integrierte, die die Schönheit des Gebäudes unterstreichen und das Verständnis der Werke vertiefen. Der Klang ist keine bloße passive Begleitung, sondern ein aktives Element des Besuchs, das Details ans Licht bringt, die dem bloßen Auge oft entgehen.
Kommentierte und personalisierte Sonderausstellungen
Sycomore hat auch die Produktion der Kommentare für mehrere bedeutende Sonderausstellungen übernommen:
- „Traverser la lumière": eine Wanderausstellung über eine Gruppe französischer Maler, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Begriff „non-figurativ" dem Begriff „abstrakt" vorzogen, um ihre Werke zu beschreiben.
- „L'Algérie de Gustave Guillaumet": eine Reise durch die Gemälde von Gustave Guillaumet (1840-1887), einer zentralen Figur der orientalistischen Malerei des 19. Jahrhunderts.
- „Marcel Gromaire, l'élégance de la force": eine umfassende Monografie über Marcel Gromaire (1892-1971), eine Figur der realistischen und humanistischen Kunst des Nordens.
- „Le cri de liberté : Chagall politique": die erste vollständige Lesart des Werkes von Chagall unter dem Blickwinkel seiner Stellungnahmen und seines Engagements.
Sycomore hat auch in der Form Neues gewagt und Interviews mit Experten und Ausstellungskuratoren eingeführt, für einen tieferen Einblick in die künstlerische Absicht hinter jedem Werk. Durch die Verbindung von Erzählung, Geräuschkulissen und Interviews trägt das Unternehmen dazu bei, Museen für alle zugänglicher und fesselnder zu machen.
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