
Verfügen die berühmtesten Museen alle über eine Besucher-App?
11. Februar 2025
Neue Technologien verändern nach und nach die Art und Weise, wie wir Kultur und Kulturerbe erleben: Museums-Apps bieten interaktive Guides, Zusatzinformationen und virtuelle Rundgänge. Doch werden diese Werkzeuge von den großen Kulturinstitutionen und ihren Besuchern wirklich angenommen?
Ein wachsender Trend zur Digitalisierung
Laut der Studie „Les applications mobiles de musées et de sites patrimoniaux en France" (2015) wurden 67 mobile Apps erfasst, von denen 24 eine Funktion für „virtuelle Rundgänge" boten. Dieser Trend spiegelt das wachsende Interesse der Museen an digitalen Lösungen wider.
Das „Museum Innovation Barometer 2021" zeigt seinerseits, dass 85 % der Museen Audio- und Videoelemente in ihre Ausstellungen integriert hatten und dass 49 % mobile oder Web-Apps für die Kulturvermittlung nutzten. Dies belegt den Willen, den Besuchern ein bereichertes Erlebnis zu bieten.
Eine je nach Institution unterschiedliche Verbreitung
Historisch boten die Museen Audioguides in Form von Geräten an, die vor Ort ausgeliehen werden konnten. Mobile Apps ersetzen diese Geräte nach und nach und bieten größere Flexibilität: Die Besucher nutzen ihr eigenes Smartphone und greifen auf angereicherte Inhalte zu (Bilder, Videos, interaktive Rundgänge), was den Museen zudem die Verwaltung und Wartung der Geräte erspart.
Einige berühmte Museen haben eine offizielle App entwickelt, die im App Store und bei Google Play heruntergeladen werden kann und geführte Rundgänge, Informationen zu den Werken und interaktive Inhalte bietet:
- Musée d'Art Moderne de Paris
- Prado-Museum (Madrid)
- Rijksmuseum (Amsterdam)
- British Museum (London)
- Schloss Versailles (Frankreich)
Andere bedeutende Institutionen bieten trotz ihres internationalen Renommees keine offizielle App an. Ein markantes Beispiel: Der Louvre verfügt derzeit über keine offizielle mobile App, die die Besucher auf ihrem Rundgang begleitet. Manche Museen stellen jedoch vor Ort zugängliche Multimedia-Guides zur Verfügung, wie das Musée de l'Armée, das sowohl eine mobile App als auch direkt in die Ausstellungsräume integrierte Multimedia-Systeme anbietet.
Warum bieten manche Museen keine App an?
Mehrere Gründe erklären, warum manche Museen nicht in mobile Apps investieren:
- Geringe Nutzungsrate: In manchen Fällen zeigen Studien, dass weniger als 5 % der Besucher diese Werkzeuge nutzen.
- Technische und logistische Probleme: Eine stabile WLAN-Verbindung für Download oder Nutzung ist nicht in allen Bereichen des Museums garantiert, und die beträchtliche Größe mancher Apps kann Besucher abschrecken.
- Beeinträchtigtes Besuchserlebnis: Manche Museen befürchten, dass die App die Aufmerksamkeit der Besucher von den Werken selbst ablenkt und eher eine Barriere zwischen Werk und Besucher schafft als eine direkte Verbindung.
- Komplexität der plattformübergreifenden Entwicklung: Die Vielfalt der Plattformen (iOS, Android) und Geräte stellt für Kulturinstitutionen ein zusätzliches technisches Hindernis dar.
Ein digitaler Wandel, der gerade erst beginnt
Auch wenn die Museen mobile Apps zunehmend in ihre Strategie der Kulturvermittlung integrieren, bleibt deren Annahme durch das Publikum begrenzt. Der Schlüssel zu einer besseren Nutzung liegt in einer stärkeren Sensibilisierung, einer optimierten Ergonomie und einem klareren Mehrwert für den Besucher. Der digitale Wandel der Museen beginnt gerade erst, und es wird interessant sein, die Entwicklung dieser Werkzeuge in den kommenden Jahren zu verfolgen.
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